Rote Blasen – MTS Markenhintergrund

Wissen rund um Kalibrierung

Willkommen in unserem Wissensbereich. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Kalibrierung von Pipetten, Temperaturmessgeräten und weiteren Laborinstrumenten – von Normvorgaben über sinnvolle Intervalle bis hin zu praktischen Empfehlungen für Ihren Laboralltag. Die Themen erweitern wir fortlaufend.

Häufige Fragen zur Pipettenkalibrierung

Nach DIN EN ISO 8655:2022 mindestens einmal jährlich. In der Praxis kalibrieren GLP/GMP-Labore kritische Pipetten meist alle 3 bis 6 Monate. Das genaue Intervall hängt von Nutzungshäufigkeit, Kritikalität der Anwendung und Ihrer Kalibrierhistorie ab.

Nein. Die ISO 8655 legt eine jährliche Obergrenze fest, schreibt aber kein starres Universalintervall vor. Das konkrete Intervall müssen Sie selbst festlegen, dokumentieren und begründen – idealerweise risikobasiert.

Die Kalibrierung ist die formelle messtechnische Bestätigung in definierten Intervallen. Routine- oder Funktionsprüfungen wie ein Quick-Check sind kürzere Zwischenkontrollen, um Abweichungen früh zu erkennen.

Diese Regelwerke schreiben kein festes Intervall vor, verlangen aber, dass das gewählte Intervall dokumentiert, begründet und regelmäßig überprüft wird. Auditoren erwarten einen Nachweis über Ihre Kalibrierhistorie und Risikobewertung.

Von der Nutzungshäufigkeit, der Kritikalität der Anwendung, den verwendeten Medien und Einsatzbedingungen sowie der bisherigen Kalibrierhistorie der Pipette.

Häufige Fragen zur Temperaturkalibrierung

Wir kalibrieren Datenlogger, digitale und analoge Thermometer, Temperaturfühler sowie weitere Temperaturmessgeräte. Die akkreditierte Kalibrierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 erfolgt im Bereich von -70 bis 180 °C; darüber hinaus bieten wir Werkskalibrierungen in einem erweiterten Temperaturbereich auf Anfrage an.

Unsere akkreditierten Temperaturkalibrierungen erfolgen nach DIN EN ISO/IEC 17025 im Bereich von -70 bis 180 °C und folgen den DKD-Richtlinien DKD-R 5-1 und DKD-R 5-3, dokumentiert mit einem detaillierten Kalibrierzertifikat. Werkskalibrierungen sind auch außerhalb dieses Bereichs möglich.

Empfohlen wird mindestens eine Kalibrierung pro Jahr. Das genaue Intervall hängt von Art, Nutzung und Kritikalität des Messgeräts ab – in regulierten Bereichen sind kürzere Intervalle üblich.

Bei der Werkskalibrierung dokumentieren wir die Messwerte rückführbar in Anlehnung an die geltenden Richtlinien. Die akkreditierte Kalibrierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 garantiert zusätzlich die Rückführbarkeit auf nationale Normale und ist mit DAkkS-Kalibrierschein international anerkannt.

Ja. Neben der Werks- und akkreditierten Kalibrierung in unserem Labor bieten wir auch Vor-Ort-Kalibrierungen an – praktisch für fest installierte oder schwer transportierbare Messsysteme.

Häufige Fragen zur DAkkS-Akkreditierung

Die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) bestätigt die technische Kompetenz eines Kalibrierlabors nach DIN EN ISO/IEC 17025. Eine DAkkS-akkreditierte Kalibrierung erfüllt damit höchste, extern überprüfte Qualitätsanforderungen.

Die Werkskalibrierung beruht auf der Selbstverpflichtung des Labors zur Rückführbarkeit. Nur die DAkkS-Kalibrierung nach ISO 17025 garantiert die Rückführbarkeit auf nationale Normale und ist durch das ILAC-MRA-Abkommen international anerkannt.

Immer dann, wenn Kunden, Behörden oder Auditoren den Nachweis verlangen, dass Ihre Messungen auf internationale Normale rückführbar sind. Der DAkkS-Kalibrierschein ist das einzige Dokument, das diese Anforderung vollständig und extern bestätigt erfüllt.

Ja. Durch das internationale ILAC-MRA-Abkommen werden DAkkS-Kalibrierscheine mit Akkreditierungssymbol international anerkannt.

Wir bieten Werkskalibrierungen mit Prüfprotokoll, Kalibrierungen mit Prüfzertifikat nach DIN EN ISO 8655 sowie akkreditierte Kalibrierungen mit DAkkS-Kalibrierschein nach ISO/IEC 17025 – inklusive Dokumentation für den Einsatz in GLP-/GMP-regulierten Laborumgebungen.

Häufige Fragen zu Ablauf und Service

Sie fordern ein unverbindliches Angebot an, senden uns Ihre Geräte ein (oder wir kalibrieren vor Ort), wir führen die Kalibrierung durch und Sie erhalten Ihre Geräte mit vollständiger Dokumentation zurück.

Ja, wir arbeiten herstellerunabhängig und kalibrieren Pipetten und Temperaturmessgeräte aller gängigen Marken.

Die Bearbeitungszeit richtet sich nach Umfang und Geräteanzahl. Wir arbeiten schnell und zuverlässig – sprechen Sie uns bei dringenden Aufträgen gern auf eine Express-Bearbeitung an.

Nach Ihrer Anfrage erhalten Sie alle Informationen zum Versand. Verpacken Sie die Geräte sicher; über das Auftragsformular auf unserer Website ist der Ablauf unkompliziert.

Auf Wunsch erinnern wir Sie rechtzeitig an den anstehenden Kalibriertermin, damit Ihre Geräte durchgängig normkonform bleiben.

Pipettenarten und Technik

Man unterscheidet vor allem Einkanal- und Mehrkanalpipetten sowie manuelle und elektronische Modelle. Nach dem Funktionsprinzip gibt es Luftpolsterpipetten und Direktverdrängerpipetten. Die in Laboren am weitesten verbreitete Bauform ist die Kolbenhubpipette.

Einkanalpipetten dosieren ein einzelnes Volumen pro Vorgang. Mehrkanalpipetten verfügen über 8 oder 12 gleichzeitig arbeitende Kanäle und eignen sich für Anwendungen mit hohem Durchsatz wie Mikrotiterplatten. Beide Typen müssen regelmäßig kalibriert werden – bei Mehrkanalpipetten jeder Kanal einzeln.

Luftpolsterpipetten haben einen fest eingebauten Kolben und eignen sich für wässrige, dünnflüssige Lösungen. Direktverdrängerpipetten nutzen Spitzen mit integriertem Kolben, der direkt mit dem Medium in Kontakt kommt – ideal für viskose, flüchtige oder korrosive Proben und zur Vermeidung von Kreuzkontamination.

Eine Kolbenhubpipette dosiert Flüssigkeit über einen Kolben, dessen Weg das aufgenommene Volumen bestimmt. Bei variablen Modellen wird dieser Weg über ein Stellrad begrenzt. Sie ist der Standard im analytischen Labor und fällt unter die Norm DIN EN ISO 8655.

Das Kalibrierprinzip ist dasselbe: Das tatsächlich abgegebene Volumen wird gravimetrisch geprüft und mit dem Sollwert verglichen. Elektronische Pipetten werden ebenso nach ISO 8655 kalibriert wie manuelle.

Normen und Toleranzen nach ISO 8655

Die DIN EN ISO 8655-2 legt für jeden Volumenbereich maximal zulässige systematische und zufällige Fehler fest (MPE – maximum permissible error). Bei der Kalibrierung werden die gemessenen Abweichungen mit diesen Grenzwerten verglichen.

Für ein Nennvolumen von 1000 µl liegt die zulässige Abweichung (Richtigkeit) nach DIN EN ISO 8655 bei etwa ±8 µl. Die genauen Grenzwerte hängen vom jeweiligen Volumenbereich und Pipettentyp ab.

Die Neufassung brachte engere Toleranzen: Die Grenzwerte für systematische und zufällige Fehler wurden reduziert. Zudem arbeitet die Norm jetzt mit Volumenbereichen statt einzelner Volumina und enthält eine erweiterte Tabelle für Mehrkanalpipetten.

ISO 8655 ist die produktspezifische Norm für Kolbenhubpipetten – sie definiert Toleranzen und Prüfverfahren. ISO/IEC 17025 ist die übergeordnete Norm für die Kompetenz von Kalibrierlaboren und sichert die Rückführbarkeit auf nationale Normale (Grundlage für den DAkkS-Kalibrierschein).

Wir kalibrieren standardmäßig nach den Grenzwerten der DIN EN ISO 8655. Auf Wunsch berücksichtigen wir auch engere Herstellertoleranzen – sprechen Sie uns dazu einfach an.

Wartung und Reparatur von Pipetten

Reinigen Sie die Pipette mit destilliertem Wasser und einem milden Reinigungsmittel und spülen Sie mehrfach mit destilliertem Wasser nach, um Rückstände zu entfernen. Details zur Reinigung des jeweiligen Modells finden Sie in der Bedienungsanleitung.

Vor jeder Kalibrierung sollte eine Reinigung und Wartung erfolgen. Dabei werden Kolben und Dichtung auf Verschmutzung und Verschleiß geprüft und eine Volumenkontrolle durchgeführt. Bei nachlassender Genauigkeit oder ungleichmäßigem Gleiten ist eine Wartung angezeigt.

Eine defekte oder verschlissene Dichtung führt zu Undichtigkeit und Volumenfehlern und sollte ausgetauscht werden. Nach Reinigung, Dichtungswechsel oder Autoklavieren ist eine hauchfeine Schmierung der beweglichen Teile mit Silikonöl erforderlich.

Nicht alle Pipetten sind vollständig autoklavierbar – bei manchen Modellen ist nur der untere Teil sterilisierbar. Prüfen Sie die Herstellerangaben. Nach dem Autoklavieren sollten die Pipetten getrocknet, geschmiert und anschließend auf ihre Genauigkeit überprüft werden.

Ja. Neben der Kalibrierung übernehmen wir die Wartung und Reparatur von Pipetten aller Hersteller – inklusive Dichtungswechsel und Funktionsprüfung, damit Ihre Geräte zuverlässig innerhalb der Toleranz arbeiten.